Ercole Spada ist tot: Seine bekanntesten Entwürfe
Der Automobildesigner zeichnete unter anderem für den BMW 7er (E32) und den 5er (E34) verantwortlich
Wir alle kennen die Automobildesigner, die im Rampenlicht stehen oder auch prominent am Auto prangen: Giugiaro, Gorden Wagner von Mercedes, einst Chris Bangle bei BMW oder die Designfirmen wie Zagato oder Pininfarina. Doch für viele Erfolgsmodelle zeichnen stille Stars verantwortlich. So wie Ercole Spada, der jetzt im Alter von 88 Jahren gestorben ist.
Ercole Spada wurde am 26. Juli 1937 in Busto Arsizio (Lombardei) geboren und verstarb am 3. August 2025. Er gilt als einer der bedeutendsten Automobildesigner des 20. Jahrhunderts, dessen Arbeiten bis heute als zeitlos und elegant wahrgenommen werden.
Bildergalerie: Die Autos von Ercole Spada (1937-2025)
Von 1956 bis 1960 machte er in Mailand eine Ausbildung zum Designer am Istituto Technico Industriale Feltrinelli. Bereits Anfang 1960 stellte ihn Zagato ein, wenige Monate später wurde er dort zum Chefdesigner befördert. In dieser Zeit entwarf er Klassiker wie den Aston Martin DB4 GT Zagato, die Alfa Romeo Giulietta SZ, 2600 SZ und Giulia TZ, den Lancia Flavia Sport und die Fulvia Sport – insgesamt entstanden bei Zagato unter seiner Führung fast 30 Einzelstücke oder Kleinstserienfahrzeuge für Marken wie Alfa Romeo, Abarth, Maserati, Rover oder Volvo.
Spada war bekannt für die konsequente Anwendung des Kammheck-Prinzips ("coda tronca"), das er vom Aerodynamiker Wunibald Kamm übernahm. Dieses Merkmal definierte das Design mancher seiner bekannten Modelle und ist ein Markenzeichen geworden. Viele seiner Entwürfe wurden von der Fachwelt zunächst kritisch gesehen und erst Jahre später als stilbildend erkannt.
Alfa Romeo Giulia Junior Zagato (1969-1975)
1969 verließ Spada Zagato, um Chefdesigner der zum Ford-Konzern gehörenden Carrozzeria Ghia zu werden. Hier gestaltete er unter anderem den Ford GT70, einen nur in geringen Stückzahlen in Großbritannien produzierten Sportwagen. Nach einer kurzen Station bei Audi trat er 1976 eine Position als Chefdesigner bei BMW an, wo er Paul Bracq ablöste. Dort arbeitete er gemeinsam mit Ro-80-Designer Claus Luthe an der zweiten Generation der 7er‑Baureihe (E32, ab 1986) sowie der dritten Generation der 5er‑Reihe (E34, ab 1988).
BMW 735i (E32, 1986-1994)
BMW 520i Limousine (E34, 1988-1995)
1983 kehrte Spada nach Italien zurück und wurde Designchef beim I.D.E.A-Institut in Turin. Dort verantwortete er wichtige Modelle für den Fiat‑Konzern, darunter den Fiat Tipo (1988), Fiat Tempra, Lancia Dedra, den Nuova Delta, den Alfa Romeo 155 sowie als letztes großes Projekt den Alfa Romeo 166. Während seiner I.D.E.A-Zeit gewann er bedeutende Projekte und konkurrierte direkt mit Giorgetto Giugiaro. Auch der zweite Nissan Terrano war ein Design von Spada.
Alfa Romeo 155 1.7 TwinSpark (1993-1995)
Lancia Delta Turbo 16v HF HPE 2.Serie (1993-1998)
1992 kehrte er zu Zagato zurück und entwickelte unter anderem den auf der Ferrari Testarossa basierende Ferrari FZ93 ("F.Z. 93") sowie weitere Unikate für Marken wie Aston Martin oder Ferrari.
Ab 2006 bildete Spada zusammen mit seinem Sohn Paolo und Domiziano Boschi das Designstudio Spadaconcept in Turin. Dort entstanden Sportwagen wie der SVS Codatronca TS sowie spätere Varianten wie der Codatronca Monza im Barchetta‑Stil. Spada war Zeit seines Lebens Präsident des Unternehmens. Das Studio steht in bewusster Tradition seiner früheren Stilistik: puristisch, aerodynamisch und funktional.
Spadas Werk wird noch heute als prägend angesehen: Seine Entwürfe stehen bis heute für eine unverwechselbare Formensprache, die auch spätere Designer beeinflusste. Trotz großer Anerkennung blieb er lange ein weitgehend unbekannter Akteur der europäischen Automobilgeschichte. Persönlich blieb Spada eher bescheiden und hielt sich vom Rampenlicht fern.
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